Geschichte der Burg
Blick auf die Jahre seit 1996
Am 31. Dezember 1996 kaufte Dietmar Hartmann die Blomenburg mit dem dazu gehörenden Gelände von rd. 67 ha vom Land Schleswig-Holstein. Damit wurde ein jahrelanger Lehrstand beendet. Davor wurde bis 1990 das Gelände vom Land als Landesjugendheim und bis 1993 als Unterkunft für bosnische Flüchtlinge genutzt. Der Kaufvertrag sah vor, dass das Gelände zukünftig für die Öffentlichkeit zugänglich sein muss. Die Burg und die dazu gehörigen Gebäude sind überwiegend gewerblich zu nutzen. Das Herrenhaus und der Burghof sollten auch für kleinere öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen, geht aus der Baubeschreibung hervor.
Im Jahre 2000 wurde ein Arbeitspapier vorgelegt, in dem vorgeschlagen wurde, auf dem Gelände ein Technologiezentrum zu errichten, unter Einbeziehung der Blomenburggebäude. Diese sollten dem Zentrumsmanagement sowie als Veranstaltungsort für die im Technologiezentrum üblichen Veranstaltungen wie Kundengespräche, Vortragsveranstaltungen, Ausstellungen oder Präsentationen dienen. Die Räumlichkeiten des Technologiezentrums sollten Platz für 35 technologieorientierte Unternehmen bieten.
Die Umbauarbeiten wurden finanziert aus dem Regionalprogramm 2000 für Schleswig-Holstein. Vorgesehen waren 4 000 qm vermietbare Bürofläche und 800 qm Gemeinschaftsfläche. Mit dem Kreis Plön und der Gemeinde Selent wurde eine Trägergesellschaft gegründet mit den Anteilen 80% Kreis Plön, 10% Gemeinde Selent und 10% die Hartmann Holding. Damit waren die Voraussetzungen gegeben, um die öffentlichen Mittel für die Investition einwerben zu können.
Eine Machbarkeitsstudie bestätigte die Chancen dieses Projektes.
In dem Antrag für die Förderung wird gesondert darauf hingewiesen, dass die Ansiedlung der technologieorientierter Firmen zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze führt. Damit kann der ertragsschwache Selenter Raum gestärkt werden. Außerdem wird so die zentralörtliche Funktion Selents unterstrichen.
Nach der Fertigstellung der baulichen Anlagen und der Renovierung der Burg und des Kavaliershauses wurden diese an eine Betreibergesellschaft vermietet, die aus einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag bekam. Diese übernahm nun das wirtschaftliche Risiko des Technologiezentrums. Im Laufe der Zeit, seit Eröffnung des Zentrums 2006 zeigte es sich, dass eine Wirtschaftlichkeit nicht zu erreichen ist, weil die geplanten Belegungszahlen nicht erreicht werden konnten. In einem Vertrag verpflichteten sich der Kreis Plön und die Gemeinde Selent einen begrenzten Verlustausgleich zu übernehmen. Ende 2008 lag die Auslastung des Zentrums bei 28,8 %. Um die wirtschaftliche Lage zu verbessern wurde die Blomenburg auch für private Veranstaltungen wie Hochzeiten geöffnet. In den Jahren von 2007 bis 2009 verdoppelten sich jährlich die Zahl der Hochzeiten. Aus dem ganzen Bundesgebiet kamen Anfragen. Hier hätten die Betreiber der Blomenburg angesichts der nicht möglichen Auslastung der Blomenburgnutzung aktiv werden müssen, um sich hier um eine Änderung der Bewilligungsbescheides oder eine großzügige Auslegung desselben bemühen müssen.
Der jetzige Zustand, dass die Blomenburg für alle Arten von Veranstaltungen geschlossen wurde, ist nicht hinnehmbar. Hier setzt die Bürgerinitiative „Öffnet und Rettet die Blomenburg“ an, um eine Lösung für die Zukunft zu erreichen, die den Zugang zur Burg für alle Arten von Veranstaltungen ermöglicht. .